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Die Band Queen: Geschichte, Mitglieder, Alben und die größten Hits der britischen Rocklegende

Von Johan Steppuhn · · 15 Min. Lesezeit

Queen zählt zu den größten Rockbands der Musikgeschichte. Vier Musiker aus London schufen in etwas mehr als zwei Jahrzehnten ein Werk, das bis heute Masstäbe setzt — von opulenten Rockopern über stampfende Stadion-Hymnen bis hin zu zarten Balladen. Die Mitglieder von Queen waren Freddie Mercury, Brian May, Roger Taylor und John Deacon. Gemeinsam verkauften sie weit über 300 Millionen Tonträger weltweit. Wir werfen einen ausführlichen Blick auf die Geschichte der Band, ihre Queen Mitglieder, die wichtigsten Alben und Songs sowie das Vermächtnis, das Queen hinterlassen hat.

Die Gründung von Queen: Vom Studenten-Projekt zur Rockband

Die Anfänge von Queen reichen zurück bis ins Jahr 1968, als der Gitarrist Brian May und der Schlagzeuger Roger Taylor die Band Smile gründeten. Smile spielten eine Handvoll Gigs in der Londoner College-Szene, fanden aber nie den richtigen Sänger. Das änderte sich, als Farrokh Bulsara — ein junger Mann aus Sansibar, der am Ealing Art College studierte — die Band live sah und sich selbst als Frontmann ins Spiel brachte. Er nannte sich fortan Freddie Mercury, und mit seinem Einstieg 1970 war Queen geboren.

Wann wurde Queen gegründet? Offiziell gilt 1970 als Gründungsjahr, auch wenn May und Taylor bereits vorher zusammen musizierten. Die Besetzung wurde 1971 mit dem Bassisten John Deacon komplettiert. Deacon war der Jüngste der vier und galt als der Ruhige — aber seine Beiträge sollten sich als unverzichtbar erweisen. Songs wie “Another One Bites the Dust” stammen aus seiner Feder.

Den Bandnamen wählte Freddie Mercury selbst. Er wollte etwas Majestätisches, etwas Grosses. Das Queen Logo entwarf Mercury höchstpersönlich: Es zeigt die Sternzeichen aller vier Bandmitglieder — zwei Löwen (Deacon und Taylor), eine Jungfrau (Mercury) und einen Krebs (May) — umrahmt von einem Kronenemblem und einem Pheonix. Das Logo ist bis heute eines der bekanntesten Bandlogos überhaupt.

Die Queen Mitglieder im Porträt

Was Queen von vielen anderen Bands unterschied: Alle vier Mitglieder von Queen waren Songwriter. Jeder brachte einen eigenen Stil ein, und genau diese Vielfalt machte den Sound so unverwechselbar. Hier ein genaurer Blick auf die einzelnen Queen Bandmitglieder.

Freddie Mercury — Stimme und Seele der Band

Freddie Mercury, geboren am 5. September 1946 auf Sansibar, gilt für viele als der beste Rocksänger aller Zeiten. Sein Stimmumfang umfasste etwa vier Oktaven, und seine Bühnenpräsenz war schlicht überwältigend. Mercury war nicht nur Sänger, sondern auch Pianist und der kreative Kopf hinter Songs wie “Bohemian Rhapsody”, “Somebody to Love”, “Don’t Stop Me Now” und “Crazy Little Thing Called Love”. Abseits der Bühne war er zurückhaltender als sein Ruf vermuten lässt — Vertraute beschrieben ihn als scheu und nachdenklich.

Mercury prägte den theatralischen Stil der Band, der Queen von der Konkurrenz abhob. Ob im Harlequin-Kostüm oder mit erhobenem Mikrofonstativ — seine Auftritte waren immer ein Spektakel. Dass er nebenbei auch eine erfolgreiche Solo-Karriere hatte (unter anderem mit dem Album “Mr. Bad Guy” von 1985 und dem Dütt “Barcelona” mit Montserrat Caballe), unterstreicht sein Ausnahmetalent.

Brian May — Der Gitarrist mit dem selbstgebauten Instrument

Brian Harold May, geboren am 19. Juli 1947, ist weit mehr als nur ein Gitarrist. Er ist Astrophysiker (mit einem Doktortitel, den er 2007 nachholte), Tierschutzaktivist und der Schöpfer der legendären Red Special — einer Gitarre, die er zusammen mit seinem Vater aus einem alten Kaminsims baute. Der Klang dieser Gitarre, gespielt über Vox-AC30-Verstärker und eine alte Sixpence-Münze als Plektrum, ist unverkennbar.

May schrieb einige der größten Queen-Hits, darunter “We Will Rock You”, “Fat Bottomed Girls”, “Tie Your Mother Down” und “Who Wants to Live Forever”. Sein Gitarrenspiel verbindet Melodie mit Kraft — die mehrstimmigen Gitarren-Harmonien, die er schon auf frühen Alben einsetzte, wurden zu einem Markenzeichen der Rockband Queen.

Roger Taylor — Mehr als nur der Schlagzeuger

Roger Meddows Taylor, geboren am 26. Juli 1949, ist für sein kraftvolles, dynamisches Schlagzeugspiel bekannt. Aber Taylor war auch Sänger (sein Falsett ist auf vielen Queen-Tracks zu hören) und Songwriter. Von ihm stammen unter anderem “Radio Ga Ga”, “A Kind of Magic” und “These Are the Days of Our Lives”.

Taylor hatte parallel zu Queen eine aktive Solo-Karriere und gründete die Band The Cross. Innerhalb von Queen war er oft derjenige, der die moderneren, poppigeren Elemente einbrachte. “Radio Ga Ga” wurde 1984 ein weltweiter Hit und einer der prägenden Songs beim legendären Live-Aid-Konzert 1985.

John Deacon — Der stille Architekt

John Richard Deacon, geboren am 19. August 1951, war das letzte Mitglied, das zur Band stiess, und zugleich das zurückhaltendste. Deacon mied die Öffentlichkeit, gab selten Interviews und zog sich nach Freddie Mercurys Tod weitgehend aus dem Musikgeschäft zurück. Trotzdem schrieb er einige der kommerziell erfolgreichsten Queen-Songs: “Another One Bites the Dust” (1980), das sich allein in den USA über sieben Millionen Mal verkaufte, “I Want to Break Free” und “You’re My Best Friend”.

Deacons Basslinien gaben vielen Queen-Songs ihr rhythmisches Rückgrat. Sein Stil war präzise, funky und immer im Dienst des Songs. Seit dem Jahr 1997 ist Deacon offiziell im Ruhestand — er tritt nicht mehr auf und hat sich vollständig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Die Diskographie von Queen: Die wichtigsten Alben

Queen veröffentlichten zwischen 1973 und 1995 insgesamt 15 Studioalben. Einige davon gehören zu den meistverkauften Alben der Musikgeschichte. Wir stellen die Meilensteine der Queen Alben vor.

“Queen” (1973) — Das Debüt

Das erste Album der Band Queen erschien am 13. Juli 1973 beim Label EMI (bzw. Elektra in den USA). Es entstand in den Trident Studios in London, und schon hier war klar: Diese Band klingt anders. Tracks wie “Keep Yourself Alive” und “Liar” zeigten die Bandbreite zwischen Hard Rock und operettenhaften Gesangsarrangements. Kommerziell war das Queen Debütalbüm kein sofortiger Durchbruch, aber die Kritiken waren vielversprechend. In Großbritannien erreichte es Platz 24 der Charts.

“A Night at the Opera” (1975) — Der Meilenstein

Wenn ein Album die Essenz von Queen einfängt, dann dieses. “A Night at the Opera” war zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung das teürste je produzierte Album und enthält mit “Bohemian Rhapsody” den wohl berühmtesten Rocksong aller Zeiten. Die Single stand neun Wochen auf Platz 1 der britischen Charts — und das ohne ein klassisches Format. Sechs Minuten lang, keine Wiederholung des Refrains, stattdessen Ballade, Oper und Hard Rock in einem Stück. Auch Tracks wie “You’re My Best Friend”, “Death on Two Legs” und “’39” sind Klassiker. Das Album verkaufte sich weltweit über sechs Millionen Mal.

“News of the World” (1977) — Die Stadion-Hymnen

Zwei der bekanntesten Songs der Rockgeschichte eröffnen dieses Album: “We Will Rock You” und “We Are the Champions”. Beide wurden als Doppel-A-Single veröffentlicht und sind seitdem aus keinem Sportereignis mehr wegzudenken. “News of the World” markierte eine Abkehr vom opulenten Stil der Vorgänger hin zu einem direkteren, kraftvolleren Sound. Es war eine Antwort auf die aufkommende Punk-Bewegung — Queen zeigten, dass sie auch mit weniger Produktion gewaltig klingen konnten. Das Album erreichte Platz 4 in den UK-Charts und Platz 3 in den USA.

“The Game” (1980) — Der Pop-Durchbruch

Mit “The Game” betrat Queen Neuland. Erstmals setzten sie Synthesizer ein — ein Instrument, das sie auf den vorherigen Alben bewusst vermieden und sogar in den Liner Notes vermerkt hatten (“No Synthesizers!”). Das Ergebnis war ihr kommerziell erfolgreichstes Album. “Crazy Little Thing Called Love” erreichte Platz 1 in den USA (Queens erster Nummer-eins-Hit dort), und “Another One Bites the Dust” wurde zum größten Single-Erfolg der Band überhaupt. Das Album selbst stand vier Wochen lang auf Platz 1 der Billboard 200.

“A Kind of Magic” (1986) — Der Soundtrack-Erfolg

Eng verbunden mit dem Film “Highlander” entstand “A Kind of Magic”. Der Titelsong, ursprünglich von Roger Taylor geschrieben, wurde von Mercury zu einer eingängigen Pop-Rock-Nummer umgearbeitet. Auch “Who Wants to Live Forever” und “Friends Will Be Friends” wurden zu großen Hits. Das Album verkaufte sich in Europa hervorragend — allein in Großbritannien ging es über sechs Mal Platin. Die anschliessende “Magic Tour” füllte riesige Stadien. Das Konzert in Wembley am 11. und 12. Juli 1986 vor jeweils über 72.000 Zuschaürn gilt als einer der Höhepunkte in Queens Live-Geschichte.

“Innündo” (1991) — Das letzte Album zu Lebzeiten Mercurys

“Innündo” erschien am 4. Februar 1991 und erreichte sofort Platz 1 in Großbritannien. Es ist ein Album voller Kontraste: epische Stücke wie der Titeltrack (mit einem Flamencogitarren-Part, eingespielt von Yes-Gitarrist Steve Howe) stehen neben nachdenklichen Balladen wie “These Are the Days of Our Lives”. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen war Mercurys Krankheit bereits weit fortgeschritten, doch seine Stimme klingt auf diesem Album erstaunlich kraftvoll. Viele Fans betrachten “Innündo” als eines der stärksten Werke der Band — ein würdiger Abschluss der Ära mit dem originalen Line-up.

Die bekanntesten Songs von Queen

Queen haben im Laufe ihrer Karriere Dutzende Hits veröffentlicht. Einige davon gehören zum festen Bestandteil der Popkultur. Hier die wichtigsten Queen Songs im Überblick.

“Bohemian Rhapsody” (1975)

“Bohemian Rhapsody” ist der Song, der alle Regeln brach. Keine Band hatte zuvor einen sechs Minuten langen Track ohne herkömmlichen Refrain als Single veröffentlicht — und damit die Charts dominiert. Freddie Mercury soll mehrere Wochen an der Komposition gearbeitet haben. Das Stück besteht aus mehreren Teilen: einer A-cappella-Einleitung, einer Ballade, einem Opern-Abschnitt mit übereinander geschichteten Gesangsharmonien, einem Hard-Rock-Teil und einer sanften Coda. 1975 erreichte es Platz 1 im Vereinigten Königreich und blieb dort neun Wochen. Nach Mercurys Tod 1991 kehrte es auf die Spitzenposition zurück. Der Film “Bohemian Rhapsody” von 2018 machte den Song einer neun Generation bekannt.

“We Will Rock You” / “We Are the Champions” (1977)

Dieses Doppel zählt zu den bekanntesten Songs der gesamten Rockgeschichte. “We Will Rock You” reduziert Musik auf das Wesentliche: Stampfen, Klatschen, Gesang. Brian May schrieb den Song mit dem Gedanken, dass das Publikum mitsingen und mitklatschen kann — was bis heute bei jedem Queen-Konzert funktioniert. “We Are the Champions” ergänzt als Sieger-Hymne perfekt. Beide Songs zusammen verkauften sich millionenfach und werden weltweit bei Sportveranstaltungen eingesetzt.

“Don’t Stop Me Now” (1979)

Lange Zeit stand dieser Song im Schatten der ganz großen Queen-Hits. Doch ab den 2000er Jahren erlebte “Don’t Stop Me Now” eine Renaissance. Heute gilt er als einer der mitreissendsten Feel-Good-Songs überhaupt. Freddie Mercury schrieb ihn in einer Phase persönlicher Euphorie — das hört man dem Track an. In einer BBC-Umfrage von 2005 wurde er zum beliebtesten Song zum Aufmuntern gewählt. Spotify zählt den Song zu den meistgestreamten Queen-Tracks.

“Somebody to Love” (1976)

Inspiriert vom Gospel schuf Mercury mit “Somebody to Love” eine emotionale Hymne über die Suche nach Liebe und Anerkennung. Die Gesangsharmonien, eingesungen von Mercury, May und Taylor, erzeugen den Eindruck eines vollen Gospelchors. Der Song erschien auf dem Album “A Day at the Races” und erreichte Platz 2 in den britischen Charts. Live wurde er zu einem der emotionalsten Momente jedes Queen-Konzerts.

“Radio Ga Ga” (1984)

Roger Taylors Komposition über die schwindende Bedeutung des Radios in der Ära der Musikvideos wurde ein weltweiter Hit. Der synchronisierte Klatschrhythmus — Tausende von Händen, die gleichzeitig über den Köpfen klatschen — wurde beim Live-Aid-Konzert 1985 zu einem der ikonischsten Bilder der Rockgeschichte. Der Song erreichte Platz 2 in Großbritannien und Top-10-Plätzierungen in zahlreichen weiteren Ländern. Übrigens: Lady Gaga waählte ihren Künstlernamen in Anlehnung an diesen Song.

Live Aid 1985 — Der Auftritt, der alles veränderte

Am 13. Juli 1985 traten Queen beim Live-Aid-Konzert im Londoner Wembley-Stadion auf. 72.000 Menschen vor Ort, geschätzte 1,9 Milliarden Fernsehzuschaür weltweit. Queen hatten gerade einmal 20 Minuten Spielzeit — und nutzten jede Sekunde. Mercury eröffnete mit “Bohemian Rhapsody”, gefolgt von “Radio Ga Ga”, “Hammer to Fall”, “Crazy Little Thing Called Love”, “We Will Rock You” und “We Are the Champions”. Dieser Auftritt gilt bis heute als einer der besten Live-Auftritte der Musikgeschichte. Er rettete Queens Karriere, die Mitte der 1980er Jahre in einer Krise steckte, und setzte neu Massstäbe für Stadionrock. Die Geschichte des Rock wäre ohne diesen Moment eine andere.

Freddie Mercurys Krankheit und Tod

Am 23. November 1991 gab Freddie Mercury öffentlich bekannt, dass er an AIDS erkrankt war. Einen Tag später, am 24. November 1991, starb er in seinem Haus in Kensington, London. Er wurde nur 45 Jahre alt. Mercury hatte seine Diagnose jahrelang geheim gehalten und bis zuletzt im Studio gearbeitet. Noch während der Aufnahmen zu “Innündo” und dem postum erschienenen Album “Made in Heaven” (1995) nahm er Gesangsspuren auf — oft unter Schmerzen, aber mit unveränderter Hingabe.

Sein Tod löste weltweit Traür aus und rückte die AIDS-Krise ins öffentliche Bewusstsein. Am 20. April 1992 fand im Wembley-Stadion das “Freddie Mercury Tribute Concert” statt — mit Gästen wie David Bowie, Elton John, George Michäl, Robert Plant und vielen anderen. Über 72.000 Tickets waren innerhalb von drei Stunden ausverkauft. Der Erlös ging an die neu gegründete Mercury Phönix Trust, die bis heute den Kampf gegen AIDS unterstützt.

Queen heute: Die Ära mit Adam Lambert

Nach Freddie Mercurys Tod arbeiteten die verbliebenen Queen Mitglieder heute zunächst sporadisch zusammen. Das Album “Made in Heaven” (1995) wurde aus Mercurys letzten Aufnahmen zusammengestellt und erreichte Platz 1 in Großbritannien. John Deacon zog sich nach den letzten Aufnahmen 1997 endgültig zurück.

Brian May und Roger Taylor traten in den folgenden Jahren gelegentlich mit verschiedenen Gastsängern auf, darunter Paul Rodgers (Bad Company), mit dem sie zwischen 2004 und 2009 als Queen + Paul Rodgers tourten und ein Album veröffentlichten. Der entscheidende Wendepunkt kam 2009, als der US-amerikanische Sänger Adam Lambert in der TV-Show “American Idol” mit “Bohemian Rhapsody” das Publikum begeisterte. May und Taylor waren beeindruckt, und 2011 begannen die ersten gemeinsamen Auftritte als Queen + Adam Lambert.

Seitdem tourt die Konstellation erfolgreich durch die Welt. Die “Rhapsody Tour” ab 2019 füllte Arenen und Stadien rund um den Globus. Lambert betont stets, dass er Mercury nicht ersetzen will und kann — er bringt seinen eigenen Stil mit, wahrt aber den Respekt vor dem Original. Die Konzerte sind eine Mischung aus Nostalgie und frischer Energie, mit aufwendiger Bühnentechnik und Videoleinwänden, die auch Mercury in Archivaufnahmen zeigen.

Die Queen Musikrichtung: Zwischen Rock, Pop und Oper

Queen in eine einzige Musikrichtung einzuordnen, ist nahezu unmöglich. Die Band bewegte sich souverän zwischen Hard Rock, Glam Rock, Progressive Rock, Pop, Disco, Rockabilly und sogar klassischer Musik. Diese stilistische Vielfalt war kein Zufall, sondern das Ergebnis von vier sehr unterschiedlichen Songwritern. Mercury brachte die theatralische Opulenz ein, May den gitarrengetriebenen Rock, Taylor die poppigeren Elemente und Deacon den Funk und Groove.

In den frühen 1970ern stand Queen dem Progressive Rock nahe — Stücke wie “The March of the Black Queen” oder “The Prophet’s Song” belegen das. Mit “A Night at the Opera” erreichten sie einen Stil, der später als Rockoper bezeichnet wurde. Ab “The Game” (1980) öffneten sie sich stärker dem Pop und der Disco-Musik. Und mit Alben wie “Hot Space” (1982) wagten sie sogar Ausflüge in Funk und Dance — sehr zum Unmut mancher Rock-Fans, aber mit Songs wie “Under Pressure” (gemeinsam mit David Bowie) schufen sie zeitlose Klassiker. Die größten Pop-Bands der Geschichte haben Queen als Einfluss genannt. Gleichzeitig stehen sie fest in der Tradition der Rockmusik und ihrer Geschichte.

Das Queen Logo und seine Bedeutung

Das Royal Crest von Queen — so die offizielle Bezeichnung — ist eines der wenigen Bandlogos, das auch ohne den Bandnamen sofort erkannt wird. Freddie Mercury entwarf es, bevor die Band überhaupt ihr erstes Album veröffentlicht hatte. Es zeigt zwei Löwen (Sternzeichen von John Deacon und Roger Taylor), die ein stilisiertes Q halten. Darüber thront ein Krebs (Brian May), darunter prangt eine Jungfrau (Freddie Mercury). Ein Pheonix erhebt sich über dem Ganzen, und eine Krone bildet den oberen Abschluss. Das Logo spiegelt Mercurys Leidenschaft für Heraldik wider und verleiht der Band eine visülle Identität, die ebenso unverwechselbar ist wie ihr Sound.

Wissenswertes und Fun Facts über Queen

Neben der Musik gibt es zahlreiche interessante Fakten rund um die Rockband Queen, die selbst eingefleischte Fans überraschen:

  • Akademiker im Rock: Brian May hat einen Doktortitel in Astrophysik vom Imperial College London. Er schloss seine Dissertation über Zodiacal Dust im Jahr 2007 ab — mehr als 30 Jahre nachdem er sie begonnen hatte.
  • Erster Videoclip? “Bohemian Rhapsody” wird oft als einer der ersten Musikvideos der modernen Ära genannt. Das Video entstand vor allem, weil Queen zu beschäftigt für einen TV-Auftritt bei “Top of the Pops” waren.
  • Rekordhalter: “Greatest Hits” von Queen ist das meistverkaufte Album in der Geschichte der britischen Charts — mit über sieben Millionen verkauften Exemplaren allein in Großbritannien.
  • “Another One Bites the Dust”: John Deacon schrieb den Song unter dem Einfluss von Funk und Disco. Michäl Jackson ermutigte die Band persönlich, ihn als Single zu veröffentlichen. Er sollte Recht behalten — der Track verkaufte sich über sieben Millionen Mal in den USA.
  • Der Film: “Bohemian Rhapsody” (2018) mit Rami Malek als Freddie Mercury spielte weltweit über 900 Millionen Dollar ein und wurde zum erfolgreichsten Musik-Biopic aller Zeiten. Malek gewann für seine Darstellung den Oscar als bester Hauptdarsteller.

Das Vermächtnis von Queen

Queen haben die Rockmusik nachhaltig geprägt. Ihre Fähigkeit, Genres zu verbinden, Konventionen zu brechen und gleichzeitig Millionen von Menschen zu begeistern, ist einzigartig. Freddie Mercurys Stimme und Bühnenpräsenz setzten Massstäbe, Brian Mays Gitarrenspiel inspirierte ganze Generationen von Musikern, und die Songwriting-Demokratie innerhalb der Band brachte eine Vielfalt hervor, die ihresgleichen sucht.

Die Band wurde 2001 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Ihre Songs werden tagtäglich millionenfach gestreamt, ihre Konzerte mit Adam Lambert füllen noch immer die größten Hallen. Ob beim Fußball-Finale, in Filmen oder auf Spotify-Playlists — Queen sind allgegenwärtig. Und das, obwohl der Mann, der das alles mit seiner Vision ins Leben rief, seit über 30 Jahren nicht mehr lebt. Wenn das kein Vermächtnis ist.

Mehr über die Wurzeln von Queen und anderen britischen Bands, die die Musikwelt veränderten, gibt es in unseren weiteren Artikeln. Auch ein Blick auf die größten Pop-Bands aller Zeiten zeigt, wie weit der Einfluss von Queen reicht.