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Queens of the Stone Age: Wie Josh Homme den Desert Rock erfand und mit Groove und harten Riffs den Modern Rock neu definierte

Von Johan Steppuhn · · 3 Min. Lesezeit
Modernes Rock-Porträt mit monochrom Ästhetik und dramatischen Kontrasten

Manche Bands entstehen aus dem Nichts. Queens of the Stone Age entstanden aus dem Sand. 1996 gründete Josh Homme die Band in Palm Desert, Kalifornien — eine Region, die im amerikanischen Rock-Bewusstsein bis dahin kaum existierte. Nach der Auflösung von Kyuss 1995 hätte Homme auch einfach aufhören können. Tat er nicht. Was folgte, war eine der eigenständigsten Karrieren im Hard Rock der letzten drei Jahrzehnte.

Vom Wüstenstaub zum Weltruhm

Das Debütalbum von 1998 war noch roh, fast spartanisch. Homme spielte praktisch alle Instrumente selbst — QOTSA als Ein-Mann-Projekt, das langsam zur Band wurde. Mit Rated R (2000) kam die erste klare Identität: schwere Riffs, hypnotische Grooves, Texte mit einem schiefen Lächeln. Kein Gitarren-Solo-Feuerwerk um des Solos willen. Stattdessen Dichte, Wiederholung, Sog.

Troy Van Leeuwen stieß als zweiter Gitarrist dazu und blieb — eine der wenigen stabilen Konstanten in einer Band, die ihre Besetzung immer wieder neu mischte. Mark Lanegan brachte seinen Rauchgesang ein, mal als Gast, mal als festes Mitglied. Das Prinzip funktionierte: Homme als Kern, um den sich die richtigen Leute gruppierten.

Das Meisterwerk: Songs for the Deaf

Songs for the Deaf (2002) ist das Album, über das noch in zwanzig Jahren geredet wird. Der Coup gelang durch einen unwahrscheinlichen Gastauftritt: Dave Grohl setzte sich ans Schlagzeug. Grohl, zu diesem Zeitpunkt bereits mit Foo Fighters etabliert, spielte mit einer Energie, die das Album in eine andere Liga hob. „No One Knows” wurde zum bekanntesten QOTSA-Riff überhaupt — ein Stück, das man nach drei Sekunden erkennt.

„Go with the Flow” folgte als zweite Single, etwas geschmeidiger, aber mit demselben hypnotischen Unterton. Das Album klang wie eine Autofahrt durch die Mojave bei 50 Grad — nicht unangenehm, aber ohne Ausweg. Wer sich auf die Gitarren-Riffs dieses Records einlässt, versteht, warum Stoner Rock mehr ist als ein Nischen-Genre.

Desert Rock: Ein Sound aus dem Nichts

Der Begriff Desert Rock ist nicht nur geografisch gemeint. Er beschreibt eine Ästhetik: wenig Ornament, maximale Wirkung. Keine proggige Komplexität, kein Metal-Bombast à la Metallica. Queens of the Stone Age arbeiteten mit Reduktion — und mit Josh Hommes Gitarren-Ton, der durch Ampeg-Verstärker und eine eigenwillige Effektkette entstand und bis heute kaum imitiert wurde.

„Little Sister” (2005, Lullabies to Paralyze), „3’s & 7’s” (2007, Era Vulgaris), „Head Like a Haunted House” (2017, Villains) — die Hits der Band klingen alle nach QOTSA und nach nichts sonst. Das ist keine Selbstbeschränkung. Das ist eine Handschrift.

Das Vermächtnis

…Like Clockwork (2013) war ein Wendepunkt. Erstmals erreichten Queens of the Stone Age Platz 1 der US-Charts — nach siebzehn Jahren. Das Album klang verletzlicher als alles davor, persönlicher. Homme hatte gesundheitliche Probleme, und man hörte es. Nicht als Schwäche, sondern als neue Dimension.

Mit In Times New Roman… (2023) zeigten sie, dass die Energie nicht weg ist. Dunkler, kantiger, unversöhnlicher. Acht Alben in 25 Jahren, kein Ausreißer nach unten, kein billiges Comeback. Queens of the Stone Age haben nie die lauteste Band sein wollen. Sie wollten die eigenständigste sein. Das ist ihnen gelungen.